Besitz im Kopf, Verlustangst & warum Information allein nicht reicht
Warum verteidigen Menschen Dinge, die ihnen rechtlich gar nicht gehören – und warum entsteht genau dort Verantwortung? Dieses Gespräch über die Psychologie des Wandels zeigt, weshalb Veränderung selten an mangelndem Wissen scheitert, sondern an fehlender persönlicher Verbindung.
Im Interview erläutert Bernadette Kamleitner, Konsumpsychologin und Vizerektorin der WU Wien, zentrale Mechanismen, die Verhalten steuern: Verlustaversion, Verknappung, Entscheidungsdruck und vor allem psychologischen Besitz. Ihre zentrale Erkenntnis: Menschen handeln nachhaltig nicht dann, wenn sie etwas verstanden haben – sondern dann, wenn sie das Gefühl entwickeln, das ist meins.
Warum Verluste stärker wirken als Gewinne
Verluste wiegen psychologisch schwerer als gleich große Gewinne. Evolutionsbiologisch, neuronal und emotional reagieren Menschen intensiver auf das, was ihnen genommen wird, als auf das, was sie zusätzlich bekommen könnten. Genau deshalb erzeugen befristete Angebote, Knappheit oder drohender Verlust unmittelbaren Handlungsdruck – selbst dann, wenn die langfristigen Folgen rational bekannt sind.
Psychologischer Besitz: Verantwortung entsteht im Kopf
Besitz ist nicht nur eine juristische Kategorie. Menschen empfinden auch dort Besitz, wo sie lediglich Zugang haben – etwa bei Streaming-Accounts, Playlists oder digitalen Inhalten. Dieses subjektive Besitzgefühl stiftet Identität, Zugehörigkeit und Verantwortung, ist aber zugleich fragil: Wird der Zugang entzogen oder verändert, entsteht Verunsicherung und Widerstand.
Für gesellschaftlichen Wandel ist genau dieser Mechanismus entscheidend. Verantwortung entsteht nicht durch Appelle, sondern durch persönliche Beziehung. Menschen schützen, was sie als ihres empfinden – ihre Umwelt, ihren Wald, „ihren“ Ort oder ihr Thema.
Warum Information selten Verhalten verändert
Fakten und Wissen sind notwendig, aber nicht ausreichend. Information bleibt oft abstrakt und erzeugt kein Handeln, solange sie nicht in intimes Wissen übergeht: persönliche Erfahrungen, eigene Geschichten, konkrete Bedeutung. Erst wenn Menschen investieren, verstehen und Kontrolle erleben, wird Veränderung greifbar.
Psychologischer Besitz entsteht laut Kamleitner durch drei Faktoren:
Eigene Investition (Zeit, Aufmerksamkeit, Beitrag)
Verstehen im persönlichen Sinn („Begreifen“ statt bloß Wissen)
Kontrolle und Selbstwirksamkeit
Kleine Schritte als Mittel – nicht als Ziel
Kleine, machbare Schritte sind wirksam, weil sie genau diese Besitzgefühle erzeugen. Sie ermöglichen Beteiligung, Kompetenz und Verantwortung. Wird Veränderung Teil des eigenen Selbstverständnisses und zur Gewohnheit, entsteht ein Kipppunkt: Handeln wird selbstverständlich – nicht mehr ständig hinterfragt.
Change in Krisenzeiten
Gerade in überfordernden Zeiten ziehen sich viele Menschen zurück. Die Vielzahl an Krisen erzeugt Ohnmacht und Resignation. Ein wirksamer Hebel liegt darin, Wirkung sichtbar zu machen: nicht die Welt retten zu müssen, sondern konkret etwas bewirken zu können. Dieses Gefühl von Einfluss ist oft entscheidender als große Visionen.
Weitere spannende Folgen in diesem Zusammenhang
Beyond The Edge
Beyond the Edge ist der erste Media-Campaigning-Podcast im deutschen Sprachraum. Es ist der Podcast über Changemaker, ihre Visionen und Geschichten für morgen. Im Podcast „Beyond the Edge“ spricht Media-Campaigner Martin Aschauer mit seinen Gästen über Visionen und Geschichten von morgen. Inspiriert von Podcasts wie „Erklär mir die Welt“, „Frühstück bei mir“ oder „Gemeinsam besser“ werden intim und persönlich die Geheimnisse, der Heldinnen und Helden sowie Expertinnen und Experten die Menschen inspirieren Großes zu leisten, gelüftet. Mehr erfahren unter https://mediacampaigning.net
Warum lineare Kommunikation in der vernetzten Gesellschaft scheitert
byMartin Aschauer
In dieser besonderen Folge drehe ich den Spieß um: Statt selbst zu interviewen, bin ich zu Gast bei der ehemaligen Ö1-Journalistin Eva Gänsdorfer.
Nach über 50 Gesprächen mit führenden Expert:innen ziehe ich eine Zwischenbilanz: Die lineare Kommunikation hat in einer vernetzten Gesellschaft ausgedient. Statt klassischer Heldenreisen braucht es heute starke Core Stories und transmediale Story-Universen. Medien sind Resonanzräume, die man gestalten muss.
Ich präsentiere die 16 Erfolgsfaktoren für gelungene Change-Prozesse und zeige, wie man psychologische Barrieren wie Verlustaversion oder das Gesetz der konsistenten Handlung überwindet. Ein zentrales Prinzip: lösungsorientiert kommunizieren statt defizitorientiert.
Die Erkenntnisse aus den 50 Interviews und meiner Masterarbeit habe ich in meinem ersten Buch „The Change Code“ gebündelt – die praktische Anleitung, wie du Veränderung wirklich erreichst.
In dieser Folge erfährst du unter anderem:
Warum die klassische Heldenreise in der heutigen Kommunikation nicht mehr funktioniert
Was eine starke Core Story ausmacht und wie man Story-Universen aufbaut
Die 16 Erfolgsfaktoren für wirksame Change-Kommunikation (gegliedert in Absender, Inhalt, Beziehung und Umsetzung)
Wie du psychologische Barrieren wie Verlustaversion und das Konsistenzprinzip überwindest
Warum Micro-Commitments und lösungsorientierte Kommunikation so entscheidend sind
Wie du Resonanzräume statt klassischer Distributionskanäle gestaltest
Buch:
Alle Erkenntnisse und Methoden findest du gebündelt in meinem ersten Buch „The Change Code“.
Durch Öffentlichkeitsarbeit Einstellungs- und Verhaltensveränderungen erzeugen. Inspiriert von Podcasts wie „Erklär mir die Welt“, „Frühstück bei mir“ oder „Gemeinsam besser“ spreche ich intim und persönlich mit Changemakern, die Menschen durch Kommunikation inspirieren Großes zu leisten. Podcast-Archiv: Unsere bisherigen Gäste 🎙️ Entdecken Sie spannende Gespräche mit Expert:innen aus Wirtschaft, Politik, Umwelt, Medien und Innovation. Klicken Sie auf…
Durch Public Relations Wirkung erzielen. Mein Name ist Martin Aschauer. Ich bin erfahrener PR- und Marketingberater und habe im Oktober 2022 Mediacampaigning Austria gegründet. Ich bringe mittels Öffentlichkeitsarbeit Veränderung auf den Weg. Seit über 20 Jahren gibt es für mich nichts Spannenderes als mittels Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit Einstellungs- und Verhaltensveränderungen in bestimmten Dialoggruppen zu erreichen.…
Es gibt kein Wort das so gerne verwendet wird wie das Wort „Kampagne“. Doch was ist eigentlich überhaupt eine Kampagne? Eine Media-Kampagne ist eine dramaturgisch angelegte, thematisch begrenzte, zeitlich befristete kommunikative Maßnahme zur Erzeugung öffentlicher Aufmerksamkeit unter Einbeziehung unterschiedlicher kommunikativer Instrumente und Techniken. In diesem Sinne ist über Medien vermittelte Kampagnen-Kommunikation die effizienteste, zielgerichtetste und letztendlich billigste…
Mediacampaigning AustriaMartin AschauerJosef Czachsstraße 22523 Tattendorf Mehr Infos unter http://aschauer.net Diese Seite ist mit dem Content Management-Werkzeug „WordPress“ aufgesetzt und setzt anonymisierte Daten von Matomo als Statistikprogramm ein. Der Podcast nützt das Angebot von Julep Media GmbH mit Sitz in Deutschland, München. Veröffentlicht ist unser Webangebot bei Easyname, einem österreichischen Unternehmen. Umsatzsteuerbefreit – Kleinunternehmer gem. §…