Tristan Horx: Lineare Medien ziehen sich in die Nische zurück – warum unsere Kommunikationsordnung neu verhandelt wird
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Die Medienlandschaft befindet sich in einer tiefgreifenden Übergangsphase. Lineare Medien – lange Zeit das dominante Organisationsprinzip öffentlicher Kommunikation – verlieren ihre zentrale Rolle und ziehen sich zunehmend in klar umrissene Nischen zurück. Das bedeutet jedoch nicht ihr Verschwinden, sondern eine funktionale Neuverortung in einem von Plattformen und Algorithmen dominierten System.
Linear wirkt nur noch in Ausnahmesituationen Während der Corona-Pandemie zeigte sich kurzfristig eine Renaissance linearer Medien. In Phasen hoher Unsicherheit suchten Menschen nach gemeinsamen Referenzpunkten, nach Orientierung und Einordnung. Lineare Angebote konnten diese Funktion temporär erfüllen. Entscheidend ist jedoch: Dieser Effekt war situativ – kein nachhaltiger Gegentrend. Mit dem Abklingen der akuten Krise zerfiel auch diese kollektive Aufmerksamkeit wieder.
Vom Sender-zu-Sender-Modell zur Plattform-Vermittlung Soziale Medien begannen einst als direkte Sender-zu-Sender-Systeme. Heute entscheiden Algorithmen und große Technologieunternehmen darüber, welche Inhalte sichtbar werden und welche nicht. Kommunikation ist damit nicht mehr Ergebnis eines offenen Austauschs, sondern eines vermittelten Auswahlprozesses. Der öffentliche Diskurs wird gefiltert, priorisiert und ökonomisch optimiert.
Der freie Meinungswettbewerb gerät unter Druck Wo Algorithmen Aufmerksamkeit steuern, findet kein neutraler Ideenwettbewerb mehr statt. Polarisierende Inhalte, Zuspitzung und Eskalation werden systematisch belohnt. Das führt paradoxerweise zu einer neuen Form von Linearität: stark vereinfachte, emotionalisierte Erzählungen mit hoher Reichweite – jedoch ohne redaktionelle Verantwortung oder gesellschaftliche Einbettung.
Das Ende klassischer Change-Narrative Auch bewährte Erzählmuster verlieren an Wirkung. Die klassische Heldenreise – mit Aufbau, Antizipation und Auflösung – setzt eine lineare Aufmerksamkeit voraus, die es kaum noch gibt. Gleichzeitig werden positive Zukunftsbilder algorithmisch benachteiligt. Hoffnung, Fortschritt und konstruktive Visionen erzeugen weniger Interaktion als Angst und Empörung.
Protest verliert seine alte Wirksamkeit Historisch war kollektive Mobilisierung – bis hin zum Gang auf die Straße – ein zentrales Instrument gesellschaftlichen Wandels. Doch autoritäre Akteure haben diese Mechanismen adaptiert und neutralisiert. Change braucht heute andere Resonanzräume als jene der klassischen Massenmobilisierung.
Beyond The Edge
Beyond the Edge ist der erste Media-Campaigning-Podcast im deutschen Sprachraum. Es ist der Podcast über Changemaker, ihre Visionen und Geschichten für morgen. Im Podcast „Beyond the Edge“ spricht Media-Campaigner Martin Aschauer mit seinen Gästen über Visionen und Geschichten von morgen. Inspiriert von Podcasts wie „Erklär mir die Welt“, „Frühstück bei mir“ oder „Gemeinsam besser“ werden intim und persönlich die Geheimnisse, der Heldinnen und Helden sowie Expertinnen und Experten die Menschen inspirieren Großes zu leisten, gelüftet. Mehr erfahren unter https://mediacampaigning.net
Besitz im Kopf & warum Verluste stärker wirken als Gewinne
byMartin Aschauer
Besitz im Kopf & warum Verluste stärker wirken als Gewinne
Die neue Staffel von Beyond the Edge startet mit einer außergewöhnlichen Gesprächspartnerin:
Bernadette Kamleitner, Konsumpsychologin und Vize-Rektorin der WU Wien.
Warum empfinden wir Verluste stärker als Gewinne? Weshalb erzeugt Knappheit sofortigen Entscheidungsdruck? Und warum verteidigen wir Dinge, die uns rechtlich gar nicht gehören?
In dieser Episode geht es um die psychologischen Mechanismen hinter Besitz, Verzicht und Veränderung – von der Prospect Theory über Black-Friday-Logiken bis hin zu Umwelt- und Tierschutz.
Anhand konkreter Beispiele zeigt Bernadette Kamleitner, warum Information allein selten zu Handlung führt und weshalb echtes Veränderungspotenzial erst dann entsteht, wenn Menschen eine persönliche Beziehung aufbauen, Verantwortung empfinden und das Gefühl haben: Das ist meins.
Themen dieser Folge
Verlustaversion: Warum Verluste stärker wirken als Gewinne
Knappheit & Entscheidungszwang – was unser Gehirn unter Druck tut
Durch Öffentlichkeitsarbeit Einstellungs- und Verhaltensveränderungen erzeugen. Inspiriert von Podcasts wie „Erklär mir die Welt“, „Frühstück bei mir“ oder „Gemeinsam besser“ spreche ich intim und persönlich mit Changemakern, die Menschen durch Kommunikation inspirieren Großes zu leisten. Podcast-Archiv: Unsere bisherigen Gäste 🎙️ Entdecken Sie spannende Gespräche mit Expert:innen aus Wirtschaft, Politik, Umwelt, Medien und Innovation. Klicken Sie auf…
Durch Public Relations Wirkung erzielen. Mein Name ist Martin Aschauer. Ich bin erfahrener PR- und Marketingberater und habe im Oktober 2022 Mediacampaigning Austria gegründet. Ich bringe mittels Öffentlichkeitsarbeit Veränderung auf den Weg. Seit über 20 Jahren gibt es für mich nichts Spannenderes als mittels Öffentlichkeits- und Kampagnenarbeit Einstellungs- und Verhaltensveränderungen in bestimmten Dialoggruppen zu erreichen.…
Es gibt kein Wort das so gerne verwendet wird wie das Wort „Kampagne“. Doch was ist eigentlich überhaupt eine Kampagne? Eine Media-Kampagne ist eine dramaturgisch angelegte, thematisch begrenzte, zeitlich befristete kommunikative Maßnahme zur Erzeugung öffentlicher Aufmerksamkeit unter Einbeziehung unterschiedlicher kommunikativer Instrumente und Techniken. In diesem Sinne ist über Medien vermittelte Kampagnen-Kommunikation die effizienteste, zielgerichtetste und letztendlich billigste…
Mediacampaigning AustriaMartin AschauerJosef Czachsstraße 22523 Tattendorf Mehr Infos unter http://aschauer.net Diese Seite ist mit dem Content Management-Werkzeug „WordPress“ aufgesetzt und setzt anonymisierte Daten von Matomo als Statistikprogramm ein. Der Podcast nützt das Angebot von Julep Media GmbH mit Sitz in Deutschland, München. Veröffentlicht ist unser Webangebot bei Easyname, einem österreichischen Unternehmen. Umsatzsteuerbefreit – Kleinunternehmer gem. §…